Kaffee richtig Tampen und Leveln

Tamper

Vorbereitung zum Tampen und Leveln ist alles

Auch bei der Kaffeezubereitung liegt der Teufel im Detail. Kleinigkeiten können maßgeblich über den späteren Kaffeegenuss entscheiden. Zu diesen Kleinigkeiten gehören auch das Tampern und Leveln von Kaffee. Eine penible Ausführung dieser Schritte mag vielleicht lästig oder übertrieben klingen, ist aber von essentieller Wichtigkeit für eine gute Tasse Espresso. Konkret sorgen das Tampen und Leveln dafür, dass Kaffeearomen gleichmäßig extrahiert werden können. Hierfür muss das Kaffeemehl ausgeglichen im Siebträger verteilt werden und eine einheitliche Dichte aufweisen. Klingt nicht nach Raketenwissenschaft, oder? Im Prinzip sind sowohl Tampen als auch Leveln ganz einfache, schnelle Arbeitsschritte. Dennoch gibt es ein paar Punkte, die du beachten solltest.

Leveln als erste Disziplin der Espresso-Olympiade

Auch die teuerste Kaffeemühle der Welt schafft es nicht, die Bohnen automatisch perfekt im Siebträger zu verteilen. Wenn das fertige Kaffeemehl die Mühle verlässt, entsteht typischerweise eine hügelige Oberfläche. Das bedeutet, dass an einigen Stellen schlicht mehr Kaffee als woanders gelagert ist. Da Wasser immer den Weg des geringsten Widerstands sucht, würde die Flüssigkeit die weniger dichten Stellen ausfindig machen. Dadurch würde dem Espresso im Endeffekt ein Großteil der Aromen fehlen, sein Potenzial wird einfach nicht ausgeschöpft. Besonders bei hochpreisigen Kaffeesorten gilt es, diese Verschwendung um jeden Preis zu vermeiden! Glücklicherweise schafft richtiges Leveln hier Abhilfe. Um eine gleichmäßige Verteilung des Kaffees zu erreichen, gibt es mehrere Methoden. Viele Menschen nutzen dazu ganz pragmatisch ihre Finger. Sie streichen mit ausgestrecktem Zeigefinger langsam von links nach rechts, um das Kaffeemehl zu ebnen. Besonders motivierte Leveller wiederholen dies noch einmal von oben nach unten. Problematisch bei dieser Handarbeit ist, dass man so lediglich die Oberfläche des Kaffees einigermaßen ausgleicht. Weiter unten im Siebträger können immer noch ungewollte und verheerende Ungleichheiten lauern. Deshalb bietet es sich an, mit dem Siebträger einmal auf die Arbeitsfläche zu klopfen. Dadurch entsteht überall im Siebträger eine gleichmäßige Dichte. Im Anschluss kann man mit der Hand seitlich gegen den Siebträger klopfen, bis die Oberfläche komplett eben ist. Nach diesem Schritt ist es Zeit fürs Tampen.

Leveler
Tampen des Kaffee

Tampen für maximale Aromenvielfalt

Schritt eins in Richtung aromatischem Kaffeegenuss ist vollbracht, Glückwunsch! Nun musst du es dem Wasser aber noch ein bisschen schwerer machen, dein Kaffeemehl zu durchqueren. So ist es gezwungen, auf dem Weg möglichst viele Aromastoffe des Kaffees aufzunehmen und schließlich zu extrahieren. Tampen ist wirklich nicht besonders kompliziert, auch wenn es viele Barista so hinstellen möchten. Im Prinzip geht es lediglich darum, einen einzigen effektiven Stampfer durchzuführen. Dazu platzierst du zunächst den Siebträger in leicht schrägem Winkel auf deine Arbeitsoberfläche. Nun musst du darauf achten, dass der Tamper perfekt senkrecht auf das zuvor geebnete Kaffeemehl trifft und dieses in den Siebträger drückt. Sobald du einen merklichen Widerstand spürst, ist dein Job auch schon getan. Achte bitte darauf, den Tamper im Anschluss wieder in senkrechtem Winkel und ohne Umwege vom Kaffeepulver zu lösen. In der Szene kursieren viele vermeintliche Tricks wie das Kreisen des Tampers oder eine Technik, bei welcher der Tamper mehrmals auf den Kaffee gedrückt wird. Wenn du einen perfekten Stampfer landest, wirst du solche Zaubertricks nicht brauchen. Es geht beim Tampen auch nicht darum, möglichst viel Kraft aufzuwenden. Beim Versuch, durch das eigene Körpergewicht möglichst viel Druck aufzubauen, haben sich schon mehr als ein paar Menschen verletzt. Stay safe und lerne einmal richtig Tampen, es lohnt sich. Wenn du den Kaffee durch den perfekten Stempel ordentlich gepresst hast, kann es losgehen. Du hast deine Arbeit gut gemacht, wenn das Kaffeewasser gleichmäßig und langsam durch den gefüllten Siebträger tropft. Ob du beim Leveln und Tampen erfolgreich warst, wirst du spätestens beim ersten Schluck Kaffee schmecken.

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