5 Kritereien zum Kauf der richtigen Siebträgermaschine

Hilfe bei der Kaufentscheidung

Vorbei sind die Zeiten, in denen du für guten Espresso auf dein Lieblingscafé angewiesen bist. Mit dem Kauf deiner Siebträgermaschine holst du dir viel Lebensfreude nach Hause. Es ist einfach ein geiles Gefühl, einen Espresso in Café-Qualität (manchmal auch besser ;-)) innerhalb den eigenen vier Wänden zu zaubern. Bis zu diesem Moment des Glücks musst du dich noch etwas gedulden. Eine perfekte Tasse Espresso zubereiten erfordert Geduld, Geschick, aber vor allem das richtige Equipment – angefangen natürlich mit dem Kauf der richtigen Siebträgermaschine. Wir haben zehn Fragen formuliert, die eure Kaufentscheidung über den passenden Siebträger erleichtern sollen.

Eingekesselt – Einkreiser, Zweikreiser oder doch Dualboiler?

Grundlegend ist zu sagen, das man für Espresso- und Kaffeezubereitung ca. 92 Grad warmes Wasser benötigt und für das Aufschäumen der Milch, Wasserdampf mit ca. 110 Grad. Eine gute Espressomaschine zeichnet sich durch ihre Temperaturstabilität aus.

Bei der Beantwortung der Frage, welchen Boiler du benötigst, könnte es helfen, deine eigenen Kaffeeangewohnheiten zu beleuchten. Liebst du einen klassischen Espresso oder darf es regelmäßig eine Kaffeespezialität á la Cappuccino oder Latte Macchiato sein? Falls du kein Freund von milchhaltigem Kaffeegenuss bist, dann könnte eine Einkreiser-Espressomaschine zu dir passen. Bei dieser Ausführung verfügt die Siebträgermaschine über einen Boiler und einen Kreislauf, der für den Brühvorgang und die Dampferzeugung zuständig ist. Konkret heißt das: Espresso und Milchschaum können mit dem Einkreiser nicht gleichzeitig zubereitet werden. Falls dich das nicht stört, wäre eine preiswerte Einsteigermaschine wie die Rancilio Silvia für dich denkbar. Bevorzugst du süßen Milchschaum und das auch noch häufig, würden wir stattdessen eher zu einem Zweikreiser raten. Zwei Kreiser ermöglichen bei diesen Modellen die gleichzeitige Zubereitung von Espresso und Milchschaum. Dadurch lässt sich beispielsweise ein Cappuccino deutlich schneller zubereiten als mit einem Einkreiser. Ein solcher Zweikreiser ist die Bezzera BZ10 – eine etwas höherpreisige, aber definitiv empfehlenswerte Siebträgermaschine. Sowohl Ein- als auch Zweikreiser verfügen klassischerweise über einen Kessel. Kommen wir schließlich zur Champions League: Eine vergleichsweise neuartige Technologie ist das Dualboiler-System. Wie der Name erahnen lässt, arbeiten hier gleich zwei Kessel für deine wohlverdiente Tasse Espresso. Ein Kessel brüht den Espresso, der andere versorgt die Milchlanze mit Dampf. Dualboiler Espressomaschinen wie die Profitec Pro 500 überzeugen mit hoher Effizienz und tollen Features wie einer genauen Kontrolle der Brühtemperatur. Wir haben hier eine gute Übersicht von Maschinen für euch erstellt.

Wie finde ich die richtige Kaffeemühle?

Kaffee-Experten und Baristas weltweit sind sich einig: Wirklich guter Espresso entsteht aus frisch gemahlenen Bohnen. Eine eigene Kaffeemühle ist deshalb gesetzt. Nur stellt sich die Frage, ob die Mühle elektrisch sein soll oder ob du eine Handmühle bevorzugst. Bist du perfektionistisch und möchtest ein konstantes Mahlergebnis ohne unerwünschte Überraschungen? Dann empfehlen wir dir, eine hochwertige elektrische Mühle zu kaufen und diese kostet auch ordentlich Geld. Ein Fehler, der leider oft gemacht wird, ist 90 % des Budgets in die Siebträgermaschine zu investieren und dann fällt auf, ich brauche ja noch eine Mühle.

Hast du es in der Regel eilig und kannst es gar nicht abwarten, bis das schwarze Gold endlich in deine Tasse läuft? Dann solltest du bei der Anschaffung einer Mühle definitiv auf die Mahlgeschwindigkeit achten. Als nicht empfehlenswert sehen wir Mühlen an, die sehr schnell heiß werden – darunter kann dein Espresso-Erlebnis nämlich erheblich leiden. Wir können dir wirklich nur raten, bei der Wahl deiner zukünftigen Kaffeemühle sorgfältig vorzugehen. In diesem Beitrag haben wir das Thema Kaffeemühle für dich umfangreich beleuchtet.

Wieviel Geld möchte ich investieren?

Du hast richtig gelesen, die Anschaffung einer Espressomaschine kann durchaus als Investment gesehen werden. Zum einen wirft deine Espressomaschine hoffentlich langfristigen Ertrag in Form von kontinuierlich gutem Kaffee ab. Zum einen kann man für eine Siebträgermaschine ganz locker mehrere Tausend Euro ausgeben. Das muss allerdings nicht zwangsläufig so sein. Im Gegenteil, qualitativ hochwertige Espressomaschinen wie die Rancilio Silvia gibt es bereits ab einem Preis von 600 Euro. Dieses klassische Einsteigermodell überzeugt mit einer für jede Küche geeigneten Größe, guter Verarbeitung, stabiler Brühtemperatur, einfachem Handling sowie unkomplizierter Reinigung. Wenn dir 600 Euro immer noch viel vorkommen, solltest du dir Folgendes überlegen: Du kaufst hier nicht bloß irgendeine Maschine, sondern eröffnest dir als angehendem Hobby-Barista ganz neue Möglichkeiten des Kaffeegenusses. Mit ein bisschen Training bist du in der Lage, einen vielen Cafés ebenbürtigen oder sogar überlegenen Espresso herzustellen. Siebträgermaschinen sind hochwertig verarbeitet und überzeugen durch ausgeklügelte Technik und vielseitige Steuerungsfunktionen. Mittel- und hochpreisige Espressomaschinen werden außerdem mit reichlich Zubehör wie Reinigungsutensilien geliefert, bestehen meist aus Edelstahl und weisen eine höhere Temperaturstabilität als niedrigpreisige Modell auf. Du solltest dir also überlegen, wie viel Geld dir langfristiger Kaffeegenuss in Spitzenqualität heute wert ist. Auch wir haben lange gezögert, so viel Geld in die Hand zu nehmen, erfreuen uns aber jeden Tag an unseren Siebträgermaschinen.

Wieviel Platz habe ich für die Siebträgermaschine zur Verfügung?

Wenn du in deinem Lieblingscafé mal hinter die Bar geschaut hast oder bereits online am Stöbern nach einer Siebträgermaschine bist, dann wird dir eines aufgefallen sein: Siebträgermaschinen sind teilweise verdammt groß. Und damit nicht genug – entscheidest du dich für eine separate Kaffeemühle, muss auch diese irgendwo Platz finden. Deshalb solltest du deine Küche und den zur Verfügung stehenden Platz vor der Anschaffung einer Espressomaschine kritisch beäugen. Prinzipiell kannst du dich bei der Auswahl etwas daran orientieren, mit wie vielen Brühgruppen die Siebträgermaschine ausgestattet ist. Eingruppige Maschinen sind in der Regel etwas kleiner, stoßen dafür bei intensiver Nutzung leichter an ihre Leistungsgrenze. Wobei “intensive Nutzung” hier wörtlich gemeint ist: Eine eingruppige Espressomaschine kann nämlich durchschnittlich bis zu 40 Tassen pro Stunde leisten. Deshalb sind diese Modelle für den privaten Gebrauch, wie auch bei uns, in der Regel ausreichend. Wenn dein Espresso allerdings so gut ist, dass deine Nachbarn jeden Tag für eine Tasse Schlange stehen, könntest du über eine mehrgruppige Baristamaschine nachdenken. In diesem Fall sollte dir jedoch klar sein, dass eine solche Maschine natürlich mehr Energie verbraucht und wahrscheinlich auch ein paar Euro teurer ist. Letztendlich sollte uns unserer Meinung nach am Kriterium Platz nicht scheitern. Zur Not muss eben der klobige Thermomix in das Regal oder gleich auf den Speicher weichen.

Wie wichtig ist mir kontrolliertes Kaffeekochen?

Espresso kochen, grenzt an eine Wissenschaft. Und wie bei jeder namhaften Wissenschaft spielen Zahlen und Messgrößen eine erhebliche Rolle. Keine Angst, du kannst deine Formelsammlung im Keller lassen und brauchst auch keinen Taschenrechner. Wenn du dir eine Siebträgermaschine mit entsprechender technischer Ausstattung gönnst, erledigt diese viele technischen Aspekte nach kurzer Eingewöhnungszeit wie automatisch. Das fängt schon bei der Kaffee-Extraktion an, die einfach durch einen Hebel, Schalter oder eine Taste gestartet werden kann. Genauso einfach gestaltet sich die Beendigung des Extraktionsprozesses. Automatische Espressomaschinen erledigen die Abschaltung der Pumpe und das Ablassen des Restwassers aus dem Brühkopf komplett autonom. Praktisch! Natürlich soll die Siebträgermaschine aber nicht alles für dich erledigen, sonst wäre es ja langweilig. Zumindest bei der Kontrolle der Brühtemperatur, der Steuerung der Wassermenge und der Extraktionszeit solltest du ein Wörtchen mitreden können. Technisch ausgeklügelte Maschinen ermöglichen dies über Bedienelemente wie Knöpfe oder sogar einen Touchscreen und App. Tendenziell gilt: Je einfacher und automatisierter das Handling deiner zukünftigen Siebträgermaschine, desto teurer ist diese. Gerade für technikverliebte Tüftler kann eine Espressomaschine jedoch zum erfüllenden Wissenschaftsprojekt werden. In diesem Fall sagen wir: Go for it.

Fazit und Checkliste

An diesem Punkt solltest du im besten Fall bereits eine Idee haben, in welche grobe Richtung es hinsichtlich deiner zukünftigen Siebträgermaschine gehen soll. Es besteht überhaupt keine Schande darin, sich mit der Entscheidung etwas Zeit zu lassen. Viel wichtiger ist, dass deine Espressomaschine auch wirklich zu dir und deiner Lebenssituation passt. Wir haben hier noch einmal eine Checkliste mit Fragen vorbereitet, die du dir vor dem Kauf deiner Maschine stellen solltest:

  • Wie viel Erfahrung habe ich mit Siebträgermaschinen?
  • Wie viel Budget habe ich zur Verfügung, für Mühle und Espressomaschine?
  • Wie wichtig ist mir Temperaturstabilität und möchte ich diese einstellen können?
  • Wie gerne trinke ich milchhaltige Kaffeespezialitäten?
  • Wie viel Platz ist in meiner Küche verfügbar?
  • Wie viel Kaffee werden in meinem Haushalt täglich konsumiert?
  • Wie wichtig ist mir einfache Bedienbarkeit und Handhabung?
  • Passt meine Kaffeemühle zu dem Niveau meiner Siebträgermaschine?
  • Kann ich die Espressomaschine an die Wasserleitung anschließen?
  • Wie wichtig sind Service und Zusatzleistungen?

Wir hoffen, dir eine kleine Entscheidungshilfe bieten zu können. Viel Spaß mit der Siebträgermaschine, die auch wirklich zu dir passt!

Text von Tim Jaschke

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